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Die Rekonstruktion der Brust


Welche Möglichkeiten der Brustrekonstruktion gibt es?

Für den Fall, dass sich eine Frau für die Rekonstruktion der Brust entscheidet, gibt es folgende Möglichkeiten: Eigengewebeaufbau, externe oder implantierte Prothese.

Die externe Prothese

Bei dieser nicht-operativen Lösung werden meist Prothesen aus Silikon in Spezial-BHs eingelegt. Direkt nach der Operation wird zunächst ein mit Watte gefüllter Baumwollstoff an das Unterhemd geheftet, um die empfindliche Haut zu schützen. Diese Prothesen werden ca. bis drei Wochen nach der Operation getragen. Danach können so genannte Folienprothesen aus ausgehärtetem Silikon verwendet werden. Sie werden in den BH eingelegt, in speziell dafür vorgesehene BH-Taschen, oder sie haften direkt auf der Haut.

Die implantierte Prothese

Bei dieser Lösung wird meist noch während der Operation eine Art auffüllbarer Beutel, ein so genannter Expander aus Silikon, in die Brusthöhle eingesetzt. Noch während der Operation wird er mit etwas Kochsalzlösung gefüllt. Danach wird in Wochenabständen über eine Kanüle weiter Kochsalzlösung zugeführt. Ziel ist es, die haut so weit zu dehnen, dass der Beutel nach ca. einem halben Jahr durch ein Silikonimplantat ersetzt werden kann. Der Expander kann auch nach der Operation eingesetzt werden. Das Dehnen der Haut durch den Expander kann für manche Frauen bisweilen schmerzhaft sein.

Brustrekonstruktion bei Brustkrebs

Der Eigengewebeaufbau

Im Gegensatz zur Silikonprothese werden bei dieser Methode der Brustrekonstruktion körpereigenes Muskel- und Fettgewebe verwendet, um eine neue Brust zu formen. Dabei gibt es zwei gängige Methoden:

Latissimus-dorsi

Hierbei wird Gewebe vom Rückenmuskel Latissimus verwendet. Ein Lappen wird herausgeschnitten und unter der Haut unter dem Arm hindurch nach vorne in die Brusthöhle geschoben. Aus dem Lappen wird die neue Brust geformt. Die Frau behält eine Narbe am Rücken.

TRAM-Lappen

Dabei werden Hautfettgewebe und Teile der Muskulatur aus dem Unterbauch der Frau herausgeschnitten. Bei ganz schlanken Frauen ist diese Methode nicht möglich, denn es muss genügend Gewebe vorhanden sein. Auch hier wird das Gewebe losgelöst und dann unterhalb der Haut vom Bauch zur Brust verschoben, in die Brusthöhle eingelegt und moduliert. Die Bauchdecke wird anschließend gestrafft.

Der abschließende Vergleich

Der Eigengewebeaufbau ist im Vergleich zur Silikonprothese ein weitaus komplizierterer Vorgang. Die Operation ist aufwändiger und dauert beim Latissimus etwa drei bis vier Stunden, beim TRAM-Lappen etwa vier bis fünf Stunden. Außerdem dauert es länger, bis alles verheilt ist. An den Stellen, an denen Gewebe entnommen wurde, bleiben dauerhaft Narben. Der Vorteil dieser Methode: Die Brust sieht natürlicher aus, und auch das Empfinden ist ein anderes. Schließlich wird die Brust durch körpereigenes Material und nicht durch einen Fremdkörper geformt. Es sind auch keine Langzeitkomplikationen wie beispielsweise Verhärtungen, so genannte Kapselfibrosen, zu erwarten.